Infos zu gendersensibler Sprache

Vier Studentinnen der Hochschule Bremerhaven haben bei uns eine eigene Kampagne zum Thema "gendersensibler Sprachgebrauch" entwickelt. Auf dieser Seite findet ihr einführende Informationen in die Thematik, sowie Bestandteile der Kampagne.

In welchem Zusammenhang steht das Thema “gendersensible Sprache” mit Diskriminierung?

Die Sprache ist einer der wichtigsten Bereiche unserer Kommunikation. Wir können uns durch unsere Sprache verständigen, austauschen, bilden und unseren Gefühlen, Werten und Persönlichkeiten Ausdruck verleihen. 

In den vergangenen Jahren wurde in Deutschland der Diskurs über gendersensible Sprache immer präsenter. Hierbei steht oft die Frage im Vordergrund, ob die deutsche Sprache, wie sie bisher in der Norm verwendet wurde, diskriminierend sei.

Üblich war bisher, hauptsächlich das generische Maskulinum* zu verwenden, wodurch wir nicht automatisch alle Personengruppen (Frauen, nicht-binäre oder diverse Menschen) ansprechen. Dennoch herrscht Uneinigkeit bezüglich der Einschätzung, ob diese Form des Sprachgebrauchs diskriminierend ist und inwiefern eine gendersensible Sprache gut umsetzbar ist.

Wir möchten euch im folgenden einen groben Überblick über die Thematik und verschiedenen Positionen bereitstellen.

*Das generische Maskulinum ist eine Bezeichnung für Personen- und Berufsgruppen. Dafür wird die männliche Form genutzt, die stellvertretend für alle Personen stehen soll. (z.B. der Anwalt)

Der Diskurs

Ursprung des Diskurs ist der Umstand, dass in der deutschen Sprache durch Verwendung des generischen Maskulinums, viele andere Geschlechter nicht mitgesprochen und geschrieben werden. Innerhalb der verschiedenen Diskurse gibt es viele Blickwinkel: Mal wird das Kernargument, dass Menschen ausgeschlossen werden, angezweifelt, mal lediglich die Umsetzung und mal die Einschätzung, ab wann etwas diskriminierend ist. Ein häufig geäußerter Zweifel vieler Menschen bezüglich gendersensibler Sprache ist, dass es ein zu radikaler und umfangreicher Schritt sei, die gewohnte Sprache verändern zu wollen. Befürworter:innen heben hervor, dass sich Sprache auch ungewollt stetig verändert und weiterentwickelt. 



Oft wird auch Skepsis darüber laut, wie groß der Einfluss von Sprache auf unser Handeln ist. Andererseits gibt es Studienergebnisse, die belegen, dass wenn von einem Beruf auch in der weiblichen Form gesprochen wird (Piloten und Pilotinnen), Kinder typisch “männliche Berufe” eher als für sich erreichbar einschätzen und zutrauen. Demnach kann mit der Verwendung alternativer Sprachformen Geschlechterstereotypen entgegengewirkt werden, wodurch das Selbstvertrauen und die Handlungsmöglichkeiten von Kindern positiv beeinflusst werden.

Ähnlich verhält es sich mit der Verwendung des generischen Maskulinums in Stellenanzeigen. So bewerben sich bei dessen Verwendung größtenteils Männer, während sich Personen mit einer anderen Geschlechtsidentitäten weniger angesprochen fühlen. 

Gendersensible Sprache kann durch die verschiedenen Möglichkeiten der Anwendung und der Aussprache verwirrend sein. Wenn die Sprache sich ändert, bedarf es auch einer Umgewöhnung im Kopf. 

Weniger radikale Kritiker:innen der gendersensiblen Sprache befürworten eine Sprache, die alle Geschlechter mit einbezieht und zweifeln viel mehr die Umsetzung als unpraktisch an.

Dies ist nur ein kleiner Überblick einiger Argumente für und gegen gendersensible Sprache. Jeweilige Positionen sind natürlich nur angeschnitten dargestellt, um einen groben Überblick zu ermöglichen.

Kampagne

Die vier Studentinnen aus dem Studiengang Digitale Medienproduktion der Hochschule Bremerhaven haben sich im Rahmen des Projektes KreAktiv gegen Diskriminierung eine eigene Kampagne zum Thema "gendersensible Sprache" ausgedacht, geplant und umgesetzt. Teil der Kampagne sind: eine Online-Umfrage, verschiedene Printformate (Poster, Sticker & Flyer) sowie eine abschließende Veranstaltung, bei der ein Positionierungsworkshop stattfindet. 


“Unser Ziel mit der Kampagne ist es, über die Wichtigkeit des Themas zu informieren und Möglichkeiten
zu zeigen, wie wir alle teilnehmen können.”

“Die sprachlichen Mittel um etwas zu verändern, sind bereits vorhanden. Wenn wir jegliche Form des Genderns ablehnen, behindern wir schon durch unsere alltägliche Sprache die Chancengerechtigkeit. Die Geschlechterordnung lebt tief in der Sprache. Dabei kann es so einfach sein, die Möglichkeiten der Sprache zu nutzen, um darauf aufmerksam zu machen, dass ein Physiker auch eine Physikerin sein kann. Geschlechtersensible Sprache ist eine einfache aber wirkungsvolle Möglichkeit für einen Schritt in Richtung der Gleichstellung aller Geschlechter. So können wir Diskriminierung entgegenwirken und für mehr Gleichberechtigung und Chancengleichheit sorgen.”

Gendermöglichkeiten

Um Menschen, die sich durch den üblichen Sprachgebrauch diskriminiert werden mit einzubeziehen, gibt es verschiedene Lösungsansätze. Geschlechtersensible Sprache kann alle Geschlechter umfassen, geschlechtsneutral sein oder Geschlechter eindeutig benennen.


Wir haben die sieben bekanntesten Möglichkeiten zur Information für euch visualisiert: